Leinsamen – das heimische Superfood

Der Hype um Chia-Samen ist zurzeit sehr groß, jedoch geraten dabei Leinsamen in Vergessenheit. Das heimische Superfood ist aber genauso gesund und sogar besser für die Umwelt. Wir erklären dir alles, was du über Leinsamen wissen musst und warum sie den exotischen Chia-Samen locker mithalten können.

Was sind Leinsamen?

Leinsamen sind die Samen des Flachses, auch gemeiner Lein genannt. Sie sind klein, haben eine ovale, spitz-zulaufende Form und sind meistens braun oder gelb. Sie haben einen leicht nussigen Geschmack und sind reich an verschiedenen Nährstoffen. Dank dieser Eigenschaft zählen die Samen als Superfood. Leinsamen kann man ganz, geschrotet, als Mehl, zu Leinöl verarbeitet oder sogar in Kapseln finden. Sie sind oft in verschiedenen Backwaren und Müslis verarbeitet. 

Flachs wird hauptsächlich in China, Russland, Weißrussland, Ukraine und Ägypten angebaut. Jedoch gibt es auch einige Anbaugebiete in Europa. Dazu gehören Frankreich, die Niederlande und Deutschland. Somit kannst du Leinsamen auch aus regionalem Anbau bekommen. 

Warum sind Leinsamen so gesund?

Leinsamen bestehen zu einem Drittel aus Ballaststoffen und sind somit sehr verdauungsfördernd. Sie werden oft als natürliches Abführmittel bei Verdauungsproblemen genutzt. Leinsamen verdanken ihre stuhlregulierende Wirkung der verschiedenen Schleime und Quellstoffe in ihrer Schale. Diese Quellstoffe sorgen gleichzeitig auch für ein längeres Völlegefühl und sollen somit Heißhungerattacken vorbeugen. Die Schleimstoffe bilden bei regelmäßiger Einnahme eine schützende Schicht im Magen und schützen ihn somit vor Bakterien und anderen Erregern. 

Die Wunder-Samen eignen sich auch für eine low-carb-Ernährung. Sie werden oft in kohlenhydratfreien Brot-Alternativen verarbeitet. Leinsamen sind bei Veganern wegen ihrem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren besonders beliebt. Chia-Samen werden oft als natürlicher Lieferant der wichtigen Fettsäuren empfohlen, jedoch stehen Leinsamen ihnen in nichts nach. 

Außer Ballaststoffen und Omega-3-Fettsäuren haben die Samen auch einen hohen Anteil an Kalzium, Magnesium, Eisen, Vitaminen B1, B2, B6 und E und Folsäure. Als wäre das noch nicht genug enthalten Leinsamen auch viele Proteine. Auf 100g haben sie einen Proteinanteil von fast 29g. Der Fett-Anteil der Samen ist fast genauso hoch, denn er beträgt knapp über 30g. Jedoch handelt es sich hier um wichtige Fette, die der Körper zum Überleben braucht. Auf 100g haben Leinsamen einen Kaloriengehalt von 376kcal. Dies scheint auf den ersten Blick viel, jedoch muss man bedenken, dass man meist nur einen Esslöffel pro Tag davon zu sich nimmt.

Wie kann man Leinsamen einnehmen?

Leinsamen kann man in verschiedenen Variationen kaufen, jedoch wird empfohlen sie geschrotet zu konsumieren. Im ganzen Zustand passieren sie den Magen-Darm-Trakt und der Körper kann die wertvollen Inhaltsstoffe viel schwerer aufnehmen. Für die richtige Einnahme sollte man 1-2 Esslöffel auf leeren Magen mit viel Wasser einnehmen. Die Wirkung der Leinsamen tritt meist nach 12-24 Stunden ein, es kann aber auch 1-2 Tage dauern. 

Die Wunder-Samen enthalten in kleinen Mengen Blausäure und Cadmium, daher gibt es eine Verzehrempfehlung von 45g täglich. Somit könntest du 3 mal täglich 1 Esslöffel der Samen zu dir nehmen. Zu Beginn solltest du aber erst mit einem Löffel starten, um zu sehen wie dein Körper auf das Produkt reagiert. 

Du kannst Leinsamen aber genauso wie Chia-Samen vor dem Verzehr quellen lassen. Dafür musst du sie mit heißem Wasser übergießen und circa 15 Minuten stehen lassen. Die gequollenen Leinsamen können dann unbedenklich aufgenommen werden. 

Sind Chia-Samen besser als Leinsamen?

Chia- und Leinsamen haben einige Gemeinsamkeiten. Sie sind beide reich an Proteinen, Omega-3-Fettsäuren und weiteren wichtigen Nährstoffen. Der Omega-3-Fettsäuren-Anteil ist in Chia-Samen zwar höher, jedoch nicht signifikant genug, als dass man sie über Leinsamen stellen könnte. 

Weiterhin sollte man bedenken, dass Chia-Samen ein exotisches Importprodukt ist. Der weite Weg aus Südamerika ist verantwortlich für die schlechte Klima-Bilanz des Superfoods. Leinsamen hingegen können sogar aus deutschem Anbau erworben werden und sind dementsprechend auch günstiger. 

Natürlich kann man ab und zu Chia-Samen kaufen, jedoch sind Leinsamen auf längere Sicht eine bessere Wahl für die Umwelt und den Geldbeutel. 

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